Monat: September, 2011

_kenneth hujer

wenn wir ihn richtig verstehen, dann ist kenneth hujer vor allem träger seiner kamera: rollei prego 145. ein grauer plastikapparat mit motorzoom, der die bilder mit dem aktuellen datum versieht und die feste größe seiner arbeit darstellt. so begreift er sich nicht als professioneller fotograf mit der obligatorischen standardausrüstung, sondern als einer, der seine umgebung beobachtet und in standbildern festhält. was er dadurch erfasst, hilft ihm einen begriff, begriffe davon zu bekommen, was ihn umgibt. seine arbeiten können somit als ein verbildlichter forschungsprozess gelesen werden, der auf jeden fall in naher zukunft noch nicht enden soll. 

neben seinem fotojournal, welchem eine auswahl für den fotokatalog 11 15′ 10 – 8 27′ 11 entnommen wurde, verarbeitet er gedanken schriftlich auf asciugamano und macht postrockmusik unter dem namen jenana mit drei weiteren herren, die er sich aus seinen hamburger zeiten behalten hat. und abgesehen von all diesen aktionen studiert er nach absolviertem bachelor an der freien universität berlin philosophie im master in rom, wo er sich mit der italienischen sprache streitet und wohl auch die kommenden jahre anzutreffen sein wird.

wir wünschen ihm viel freude dabei und warten auf mehr von oben geschildertem, b&e.

Kenneth_hujer

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_jeden mittwoch 20uhr: filmclub im bauer&ewald

21.9. – 26.10.2011 Jung gegen alt und gegen ziemlich viele andere – La ‚Nouvelle Vague‘ 

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La Napoule, 1959.

On ne l’a jamais assez dit: la ‚Nouvelle Vage‘ ce n’est ni un mouvement, ni une école, ni un groupe, c’est une quantité, c’est une appellation collective inventée par la presse pour grouper cinquante noms nouveaux qui ont surgi en deux ans dans une profession où l’on acceptait guère auparavant que trois ou quatre noms nouveaux chaque année.

(François Truffaut, 1961) 

 

Was die ‚Nouvelle Vague‘ war, wie lang sie andauerte und wer überhaupt dazugehörte, ist äußerst umstritten. Ursprünglich als Bezeichnung für die gegen die gesellschaftlichen Standards aufbegehrende Jugend schlechthin gebraucht, wurde der Begriff auf eine junge Generation von Regisseuren wie Truffaut, Godard, Rohmer, Resnais, Chabrol oder auch Louis Malle übertragen. Einige von ihnen hatten in den fünfziger Jahren mittels der „Cahiers du Cinéma“ gegen das in der ganzen Welt für seine herausragende Qualität gefeierte französische Kino polemisiert und ein prinzipielles Umdenken bezüglich des Verständnisses vom Kino als Kunst – und nicht als zur Perfektion getriebenes Handwerk – gefordert. 1959 schließlich wurden Francois Truffauts „Les quatre cents coups“ sowie Alain Resnais‘ „Hiroshima, mon amour“ in Cannes präsentiert und gefeiert – der Durchbruch für die jungen ‚Autorenfilmer‘. Kurz darauf traf man sich in La Napoule und versuchte, Gemeinsamkeiten zu ergründen – ohne ersichtlichen Erfolg. Die Gruppe war geboren und im Prinzip bereits gespalten. 

 Die neue Filmreihe „Jung gegen alt und gegen ziemlich viele andere – La ‚Nouvelle Vague'“ startet am 21.09. mit François Truffauts „Les quatre cents coups“. Am 28.09. fahren wir mit Jacques Rivettes „Paris nous appartient“ (1961) fort, der aus Geldmangel innerhalb eines Zeitraums von 4 Jahren realisiert, dann spektakulär angekündigt wurde und dem beim Publikum kein Erfolg beschieden war. Wir wollen versuchen, einige ästhetische, aber auch gesellschaftspolitische Aspekte dieser heterogenen Bewegung zu erfassen, indem wir einerseits Nouvelle Vague-Klassiker wie die „Quatre cents coups“ (21.09.; 28.09.; 26.10.), andererseits einen Film der filmgeschichtlichen Vorbilder (05.10.), einen Film eines ‚Häretikers‘ der „Rive Gauche“ (19.10.) und als Kontrast einen Film der von den Jungen so verpönten französischen industriellen Filmproduktion (12.10.) zeigen.

Nvprogramma

Eintritt frei bei gewohnter temporärer Vereinsmitgliedschaft

 

 

_17. sep bis 15. okt fotoausstellung 11 15′ 10 – 8 27′ 11 | kenneth hujer

 

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Einer der ersten Sätze, die mir Kenneth Hujer nach seiner Ankunft in Rom vor gut einem Jahr schrieb, war: „Habe ich mich in Berlin zuletzt unter eigenen Trümmern begraben, mit Rom stehe ich im monströsesten Trümmerhaufen abendländischer Geschichte. Keine Ahnung, wie ich mich hier einmal in meiner Gegenwart sinnvoll einrichten soll, wenn doch alles um mich herum bereits vergangen ist. Jetzt aber muss ich fix weiter: endlich eine Wohnung finden.“ 

Einige Wochen später drückt man ihm eine Kamera in die Hand, mit der er seitdem seine Blicke ablichtet. Mir scheint, als habe ihm die Fotografie darin das beschert, was er zuvor vehement anzweifelte: sich in seiner Gegenwart einzurichten. Zwischen wöchentlicher Vorfreude auf die entwickelten Abzüge und zurückblickendem Staunen entstand die Absicht, das Vergangene in die Zukunft zu retten.

(Elouise von Rehe) 

 

Die Ausstellung 11 15′ 10 – 8 27′ 11 zeigt einzelne Bögen aus dem vor kurzem erschienenen gleichnamigen Katalog. wir freuen uns die eindrücke von kenneth hujers leben und reisen an unseren wänden zu haben. so freut euch mit. 

_9. sep | vernissage ’sketches from sydney‘ | concert and performance [soul]

Ray_mann_webseite

9. sep 19:00 und 20:00
jeweils ein konzert mit performance des australischen soulmusikers ray mann
eintritt frei

9. sep – 15. sep
ausstellung ’sketches from sydney‘ von ray mann
eintritt frei

A collection of images from the gig poster art of Ray Mann, a soul musician and visual artist from Sydney who is now living in Berlin. This is Ray’s debut Berlin art show since moving here from Australia.
As a musician, Ray has performed with Al Green, Tori Amos, Jamie Lidell and Sharon Jones & The Dap Kings. He has toured Australia and Japan with his band, The Ray Mann Three, and video of the band’s live show is regularly broadcast nation-wide on Australian TV.
As a visual artist, Ray has been producing his own promotional art and $50 music videos since The Ray Mann Three’s first gig in 2005. He began exhibiting the gig poster art as a collection in 2009, and posts a weekly ArtBlog about his experiences in the Sydney music scene and beyond.
The Vernissage will feature Ray Mann performing his music live in the gallery, over two short sets at 7pm and 8pm.